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Jeder Rohstoffvorrat neigt sich einmal dem Ende zu. Anders als Holz wächst Gold nicht nach und seit vielen hundert Jahren ist es bisher keinem Wissenschaftler gelungen, das wertvolle Metall künstlich herzustellen. Doch gerade dieser Mangel macht das Gold ja so wertvoll. Auf eine Tonne Erde entfallen nur einige Gramm des Edelmetalls. In den Ozeanen allerdings ist Gold in homöopathischen Dosen im Wasser chemisch gebunden, nämlich zu 0,02 Milligramm pro Kubikmeter. Bisher gibt es aber kein wissenschaftliches Verfahren, dass das Gold aus dem Meerwasser zu filtern vermag.
Sagenhafte 33 Milliarden Tonnen Gold schwimmen aufgelöst in den Weltmeeren. In fester Form würde das einen Goldwürfel von 120 Meter Kantenlänge entsprechen. Heute werden weltweit ca. 2.500 Tonnen im Jahr gefördert. Um den Goldwürfel aus dem Ozean zu produzieren, würden unter diesen Bedingungen elftausend Jahre vergehen. Aus dem Gold, das bisher weltweit gefördert worden ist, könnte man nur einen Würfel mit einer Kantenlänge von 18 Metern herstellen.
Der deutsche Chemiker Fritz Haber versuchte ab 1919 Gold aus dem Meer zu gewinnen. So sollte die deutsche Reparation nach dem Ersten Weltkrieg bezahlt werden. Die durchschnittliche Ausbeute mit nur 0,004 Milligramm pro Tonne Meerwasser war für eine wirtschaftliche Verwertung aber zu gering. Das Verfahren lohnte sich so nicht und der Wissenschaftler gab sein Vorhaben schließlich auf.