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Sichere Geldanlage:

Gold sicheres Investment gegen die Inflation?

Goldbarren
Goldbarren
Viele Deutsche schätzen Gold als sichere Wertanlage. Doch liegen Sie damit auch in Zukunft „goldrichtig“?

Quelle : www.haufe.de/steuern

Geldexperten schlagen Alarm: Der sog. Risikoaufschlag für Staatsanleihen der Länder Griechenland, Irland, Italien, Spanien steigt ständig, zuletzt betrug der für griechische Staatsanleihen nahezu 3%. Die Bankenrettungspakete treiben die Schulden der EU-Staaten in die Höhe, allen voran Großbritannien. Allein die Verstaatlichung von Northern Rock führte zu einer Hinzurechnung von etwa 90 Mrd. Pfund an Verbindlichkeiten. Im Februar leitete die EU-Kommission gegen Frankreich, Spanien, Griechenland und Irland ein Defizitverfahren ein wegen Verletzung der Maastricht-Kriterien. Pessimisten sehen eine Hyperinflation kommen, ja sogar einen Zusammenbruch der Euro-Zone.

Goldanlagen als Ausweg?

Verunsicherte Geldanleger strebten daher in den letzten Monaten in den sicheren Hafen „Gold“. Der Gold-Spot an der Edelmetallbörse FOREX erklimmt neue Höchststände und stand Mitte März mit 920,50 Zählern nahe dem Höchststand Anfang 2008 von 1014 Zählern. Ihren Tiefststand haben Gold, Silber und Platin um das Jahr 2000/2001 markiert, dem Beginn der Aufschwungphase an den Aktienmärkten und der Immobilienblase in den USA.

Anleger aus dem Euro-Raum müssen die Entwicklung des Goldpreises unter Aspekten des US-Dollarkurses sehen. Der für deutsche Anleger negativ wirkende Zusammenhang zwischen steigenden Gold-Notierungen und einem fallenden Dollar kann künftige Goldpreissteigerungen kompensieren. Ein Rückgang des Dollarkurses kann jährlich mehrere Prozentpunkte des Gold-Anstiegs zunichte machen. Deutlich wird dies an der Preisentwicklung von Gold-Zertifikaten. Bei diesem Investment wird die Dollar-Notierung des Edelmetalls in Euro umgerechnet.   

Gold-Zertifikate 

Ein Investment mit Dollar-Puffer bieten Quanto-Zertifikate. Mit dem Kauf eines Quanto-Zertifikats wird die Währungssicherung sozusagen gleich mitgeliefert. Der Indexstand oder Kurs des Basiswertes wird zum Laufzeitende in Euro ausgedrückt zurückgezahlt. Eine Währungsumrechnung mit dem dann gültigen Wechselkurs erfolgt nicht mehr, da die Währung ja abgesichert wurde. Steigt das Gold um 10%, dann steigt auch das Zertifikat um 10%, unabhängig davon, wie sich der Dollar zum Euro entwickelt, ob dieser zum Euro sinkt oder fällt.

Für die Dollarabsicherung werden allerdings Absicherungsgebühren fällig. Diese betragen je nach Zertifikat und Emittent zwischen 2 und 4 % und mindern den Ertrag des Anlegers entsprechend. Konservative Anleger kaufen als Investitionsalternative, um das Einzelwertrisiko zu minimieren, ein Zertifikat auf den Amex-Gold-Bugs-Index. Der aus 18 Unternehmen bestehende Index markierte seit Anfang 2008 mit nahezu 500 Zählern das All-Zeit-Hoch. Er steht aktuell bei etwa 300 Zählern, konnte sich jedoch gegenüber November 2008 (Tiefstand bei 150) etwa verdoppeln. Anleger können hier ebenfalls auf Zertifikate mit Währungsschutz setzen.

Goldminenaktien

Neben reinen Gold-Zertifikaten können Anleger auch an der Preissteigerung von Goldminenaktien profitieren. Diese steigen mit dem Gold, wenn der Trend anhält und neben den Rohstoffen auch die Aktienmärkte einmal in ihrer Erholung beginnen sollten. Anleger wählen dabei vor allem Unternehmen, die ihre Gold-Förderung nicht nur oder nur in geringem Maße gegen kurzfristige Preisschwankungen absichern. Deren Ergebnisse reagieren besonders sensibel auf Veränderungen beim Goldpreis, was sich bei der aktuellen Entwicklung positiv im Zahlenwerk niederschlagen sollte.

Der Silberpreis folgte in letzter Zeit nicht dem allgemeinen Rohstofftrend und dem der Industriemetalle nach unten. Er zog stattdessen leicht an. Marktbeobachter erklären das damit, dass Hedge Funds Positionen auf dem engen Silbermarkt aufbauen.

Ausblick: Der Goldpreis wird zurzeit von zahlreichen Faktoren gestützt. Für Gold sind die Marktbeobachter sehr optimistisch. Der Goldpreis könnte schon bald die 2000 US-$ Grenze erreichen. Dies wird u.a. mit Sorgen über die Zukunft des US-$ und über den allgemeinen Zustand der Weltwirtschaft begründet. Ein weiterer Faktor ist das sinkende Angebot der Minengesellschaften wegen geringer Exploration neuer Vorkommen. Auch heute noch sind die Förder- und Produktionskosten vieler Minengesellschaften höher als die aktuellen Marktpreise. Die Nachfrage nach Gold, Silber und Platin übersteigt jedoch die Fördermenge der Minen seit Jahren.

Silber und Edelmetalle

Silber stellt ein Nebenprodukt beim Abbau von Industriemetallen wie Kupfer, Blei und Zink dar. Da die Produktion stagniert, sinkt auch die Silberförderung. Es verringert sich also das Angebot an Silber. Die weiteren Aussichten scheinen daher für Gold und Edelmetalle positiv, wenngleich nach dem steilen Anstieg kurzfristig auch eine Konsolidierung denkbar ist. Aufgrund des Gegenlaufs von Goldpreis und US-Dollar dürften Zertifikate mit Währungsabsicherung die sinnvollere Anlagevariante sein.

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